Samstag, 11. Juli 2009

Lesefutter "Die Mutter aller Blasen"

Die Thematik Staatsverschuldung ist ja ein Dauerbrenner.

Passend zum vorherigen Post und dem Bericht der "Welt" ein Artikel von Jens Berger (gefunden bei Telepolis), der eindeutig die Variante 4. "Inflation und Stagnation" favorisiert.

Der Artikel beschreibt sehr gut warum Inflation auch entstehen kann, obwohl die Produktionskapazitäten bei weitem nicht ausgelastet sind, was ja meistens von jenen erwähnt wird, die an eine lange Deflation glauben.

Wir sind alle Teil eines einmaligen und gigantischen Experiments, dessen Ausgang erst Jahre später in den Geschichtsbüchern klar ersichtlich sein wird.

Vier Szenarien der wirtschaftlichen Zukunft

Auf der Homepage der "Welt" habe ich gerade einen lesenswerten Artikel gefunden.

Die Autoren skizzieren mögliche Szenarien zum weiteren Verlauf der Krise.

Die vier möglichen Varianten sind:
  1. Wachstum und Inflation
  2. Deflation und tiefe Rezession
  3. Wachstum ohne Inflation
  4. Inflation und Stagnation
Den ganzen Artikel "Heikle Suche nach dem Ausweg" kann man sich durchaus zu Gemüte führen.

Welches Szenario sich am Ende durchsetzten wird kann man zum heutigen Zeitpunkt nicht seriös prognostizieren. Ich tendiere zu den Varianten 2. und 4.

Youtube-Music Teil I

Für alle Electronic Fans zwischendurch ein wenig Musik

Sky and Sand - Paul Kalkbrenner

Video: "Obamageddon is coming"

Ein Interview mit Gerald Celente, Leiter des Trendresearch Institute.

Celente ist für seinen pessimistischen Prognosen zur Wirtschaftskrise bekannt.

In die Sommerpause

Die erste Jahreshälfte 2009 liegt hinter uns. Ein bisher schon ereignisreiches Jahr, wenn man auf die Bühne der internationalen Politik blickt.

Die Urlaubsstimmung mag anscheinend noch nicht recht aufkommen, obwohl die Expertenschaft die Krise überwiegend für beendet erklärt ("green shoots") und schon wieder von positiven Wirtschaftswachstum träumt.

Zeit für eine kurze politische und wirtschaftliche Standortermittlung.
  1. Europaparlament

    Die Wahl der Abgeordneten zum Europäischen Parlament ist gelaufen. Wohlgemerkt die einzige Wahl mit direkter Bürgerbeteiligung im System der EU. Die Ergebnisse sind gemischt. Teils extremer Rechtsdruck, mancherorts aber doch nicht so stark wie befürchtet. Die Konservativen bleiben stärkste Macht im EU-Parlament.

    Die Wahl des Europaparlaments ist nach der des indischen Parlaments die größte demokratische Wahl, wenngleich mit einigen fragwürdigen demokratischen Extravaganzen, ua das kein einheitliches Wahlrecht existiert oder die relative Stimmengleichheit. Weniger erfreulich (?) als die Ergebnisse ist aber die Tatsache, dass gut 56,9 Prozent der Wahlberechtigten gar nicht zur Wahl gingen.
    In einigen "neuen" EU-Mitgliedstaaten lag die Wahlbeteiligung nur bei gut 20 Prozent. Die meisten Wähler fanden sich in den alten und kleinen Mitgliedsstaaten.

    Die Medien hatten dem Thema EU-Wahl nur einen bescheidenen Beitrag im Verhältnis zu nationalen Wahlen gewidmet. Ob das mit ein Grund für die erschaudernd niedrige Wahlbeteiligung war? Vielleicht ein wenig.

    Wieso lassen Bürger ihr letztes Überbleibsel an demokratischer Teilnahme leichtfertig unverwendet? Kann von einer demokratischen Wahl überhaupt sprechen, wenn rund 57 % der Wahlberechtigten ihre Stimme gar nicht verteilen?


  2. Karlsruhe winkt Lissabon durch

    Nach mehreren Klagen musste sich das deutsche Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe mit dem Vertrag von Lissabon auseinandersetzten. Das Ergebnis lautet: Lissabon ja, Begleitgesetze nein. Dh das das deutsche Parlament nun neue Begleitgesetze beschließen muss und erst danach kann Bundespräsident Köhler den Vertrag ratifizieren.

    Das Urteil kommt nicht unerwartet, auch wenn einige vom BVG ein kritischeres Urteil erwartet hätten. Der BVG liegt hier aber auf der Welle mit den Eliten, selten erheben sich integrationskritische Stimmen.

    Der Vertrag von Lissabon muss nun nur noch von den Iren in einer zweiten Abstimmung entschieden werden. Dass die Iren bereits einmal Nein gesagt haben interessiert anscheinend niemanden so wirklich.

  3. Finanzmärkte

    Von "Green Shoots" und Zeichen einer Tendenzwende ist seit der fulminanten Aktien- und Rohstoffrallye seit März die Rede.


    Zweifelsohne mag sich die Lage ein wenig stabilisiert haben. Muss auch sein nach den gewaltigen Summen, die Regierungen in die Finanzmärkte gepumpt haben. Es wird aber hier - wie so oft - Ursache und Symptom verwechselt.

    Der Kampf der politischen Eliten gegen die Krise ist ein Kampf gegen die Symptome eines kranken Wirtschaftssystems. Mit enormer Geldschwemme wird versuchen den Patienten im Wachkoma zu halten. Die Ursachen werden vielfach nicht erkannt oder absichtlich verkannt, um die eigene Herrschaftssippe an der Macht zu halten.

    Der Weg, der nun gegangen wird, führt zwangsläufig in noch größere wirtschaftliche Schwierigkeiten. Die Ursache des Debakels, hemmungslose Kreditvergabe an schlechte Schuldner, ist nur der Gipfel eines durch Zinseszinsen zerstörten Kreislaufes.

    Immer wieder muss die Wahrheit ans Tageslicht gehieft werden: Geld entsteht nur durch Kreditvergabe der Geschäftsbanken, und diese wurden in den letzten Jahrzehnten mit Hilfe der Volksvertreter zu einer Politik des billigen Geldes ermuntert. Soll heißen: Banken sind an billigem Geld durchaus interessiert! Je mehr Kredit, desto mehr Profit für die Banken.

    Die Exesse dieses korrupten Systems werden in dieser Wirtschaftskrise sichtbar und wie immer trägt
    den Schaden einer kontinuierlichen Inflationspolitik der Bürger.

    Steuererhöhungen werden kommen - so sicher wie das Amen im Gebet.

    Auch das Risiko eines Systemkollaps ist noch nicht vorbei. Eigentlich ist es nie vorbei. In jedem Zinseszinssystem ist ein Fall vorprogrammiert. Hier stellt sich eigentlich nur die Frage: Jetzt oder später?!

Liebe Leserinnen und Leser,
ich wünsche einen angenehmen Juli, ich melde mich Anfang August zurück.
MfG
Johannes

Dienstag, 7. Juli 2009

Die Schuldenbombe tickt

Eine Uhr der etwas anderen Art habe ich bei Surfen entdeckt, die auf jeden Fall einen Blick wert ist.

Dargestellt wird die US Verschuldung in allen Facetten.

Es tickt und tickt und tickt...







(Link)

Video: "Fed außer Kontrolle"

Ein etwas älteres Video, dafür aber nun eine deutsche Version.

Kongressabgeordneter Alan Grayson befragt die Generalinspekteurin der FED zur massiven Erweiterung der FED-Bilanz und zu möglicherweise getätigten außerbilanziellen Transaktionen.

Erschreckend dabei ist die Unfähigkeit/-willigkeit der Inspekteurin auf Fragen konkret zu antworten. Lediglich politische Phrasen werden wiederholt.

So soll Geldpolitik funktionieren? Ich glaube das kaum.

Heute schon gelacht?

Es gibt wohl keinen Künstler, der es so gut schafft wirtschaftliche und politische Themen in ein Kabarett zu packen, wie Volker Pispers.

Man kann sich guten Gewissens die Zeit nehmen für das ganze Stück (60 min).

Mein Prädikat: Schwarzer Humor vom Feinsten.

Mittwoch, 3. Juni 2009

Zitat am Sonntag

“How do you tell a Communist? Well, it’s someone who reads Marx and Lenin. And how do you tell an anti-Communist? It’s someone who …understands Marx and Lenin.”
---Ronald Reagan---

Chart zum Nachdenken

Für alle Börsianer, die schon wieder drauf und dran sind in Aktien zu investieren, dürfte die Zeit noch nicht gekommen sein. Auch wenn aus allen Ecken gebrüllt wird, dass die Rezession zu Ende ist die Wirtschaft wieder anläuft, ist weiterhin Vorsicht angebracht.

Hier ein Chart, der die Entwicklung des deutschen Aktienmarkts mit dem Kollaps 2002 vergleicht.

Quelle: fondsprofessionell.at